Facebooks Anleitung zur Datenschutzverletzung

Posted in Mediabeobachter

Die Jagd nach Umsatz und neuen Kunden nimmt bei Online-Medien teilweise seltsame Formen an. Dem Branchengrundsatz folgend «Wir machen mal und schauen später, was nicht funktioniert», werden Kunden und User in die Irre geführt. Im vorliegenden Fall werden Schweizer Firmen sogar zur Verletzung der Datenschutzgesetze verleitet.

Facebooks Anleitung zur Datenschutzverletzung

Für die meisten Marketing-Direktoren und CEOs ist klar: Die Customer Journey beginnt selten online und in der überwiegenden Mehrheit der Fälle endet sie auch nicht online. Was sie aber nicht wissen: Ihre Social-Media-, Digital- oder Online-Abteilung spielt bei der Jagd auf bessere Conversion Rates und der Verbesserung der Online-Kundenakquise mit dem Feuer und riskiert ernsthafte Probleme mit dem Datenschutz.

Facebook Offline Conversion Tracking als Datenschutz-Falle

Zum besseren Verständnis, wie effektiv eine Facebook-Lead-Anzeige ist, schlägt Facebook vor, ihr Offline Conversion Tracking einzubinden. Konkret werden die Social-Media-Manager angeleitet, wie sie die Kundendatenbanken der Firmen, Daten des Call-Center-Systems, den POS oder Mailchimp direkt mit Facebook verbinden, um die Lead-Performance zu steigern.

Datenschutzbeauftragter warnt

Der Mediabeobachter hat beim Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten nachgefragt. Das Resultat ist eindeutig: So unbedenklich wie Facebook den Fall darstellt, ist er keineswegs. "Will eine Firma Kundendaten für Marketingzwecke verwenden, braucht es dazu in jedem Fall deren Einwilligung. Dies bedingt, dass die Kunden vorgängig angemessen darüber informiert worden sind, welche Daten zu welchem Zweck, durch wen und in welcher Form bearbeitet werden, und dass sie die Möglichkeit erhalten, dieser Datenbearbeitung zu widersprechen.

Werden besonders schützenswerte Daten wie Informationen zur politischen, gewerkschaftlichen oder religiösen Gesinnung bearbeitet (etwa für Kampagnen), müssen die Betroffenen explizit einwilligen (sogenanntes «Opt-in»). Im vorliegenden Fall müsste ausserdem darüber informiert werden, dass die Datenübermittlung an Facebook erfolgt, das seinen Sitz in den USA hat, und dass die Daten für die personalisierte Onlinewerbung genutzt werden."

 

Es wäre wohl eine gute Idee, mal wieder einen genauen Blick darauf zu werfen, was die «wilden» Digitalen in Ihrem Unternehmen grad so treiben. Vielleicht werden grad Gesetze gebrochen.

 

Share this!

mediabeobachter lgo2.fw

Kontakt: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

NICHTS VERPASSEN - CONNECT WITH US!

Newsletter

Möchten Sie über die Mediabeobachter News auf dem Laufenden gehalten werden?

captcha