Clickfarm hier werden Clicks/Views/Followers "gezüchtet"

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In Thailand sind 3 Chinesen mit ihrer Clickfarm aufgeflogen: 374'200 SIM Karten und 474 iPhones interagieren auf Bestellung mit dem Web. Dabei ist dies nicht mal der effizienteste Weg.

Clickfarm hier werden Clicks/Views/Followers

Wie die Bangkok Post am 12. Juni berichtete, haben thailändische Polizisten in einem Haus nahe der Grenze zu Kambodscha 474 Smartphones, 347'200 SIM Karten und diverse Computer zur Steuerung der Clickfarm beschlagnahmt. Eine der dringenden Fragen: wie kommen die 3 chinesischen Betreiber in den Besitz von 347'200 thailändischen SIM Karten, wo wie überall auf der Welt SIM Karten nur mit einem gültigen Personalausweis gekauft werden können? Das ist eine spannende Frage für die Sicherheitspolitik.

Als Marketing und Media Interessierte faszinieren uns die 474 Smartphones und die Clickfarm noch mehr. Bisher hatte man von solchen nur gehört, eine bestätigte Beschlagnahme war bisher aber nicht bekannt. Gemäss ähnlichen Meldungen sollen andere Clickfarmen mit bis zu 10'000 Geräten existieren.

Methbot ist effizienter

Clickfarmen mit realen Smartphones sind in Zeiten virtueller Systeme, welche auf Servern mit weniger Aufwand zu tausenden simuliert werden können, nicht der effiziente Weg zum Online Betrug. Der aktuelle Benchmark hält der von WhiteOps offengelegte Methbot, der Werbekunden mit virtuellen PCs auf Serverfarmen und simuliertem menschlichen Verhalten um bis zu 9 Mio Dollar pro Tag über Monate hinweg betrogen hat.

Kommentar: So verlockend die vermeintliche Messbarkeit von Digitalmedia und Werbung auch scheint, den Messungen ist nur unter grossen Vorbehalten zu trauen. Unabhängige Zweitmessung und kritisches Hinterfragen von KPIs sind heute ein Must. Das wissen wir doch alle längst, oder? Spätestens seit dem K2 Report muss jedem klar sein, dass Online "kaputt" ist. Was ist inzwischen geschehen? Nichts. Laufend werden die Werbebudgets für Google und Facebook erhöht - inzwischen fliessen weltweit 60% aller Onlinewerbeausgaben zu einer der beiden "goldenen Reiter". Ich frage mich, ob die handelnden Personen mit ihrem Privatvermögen auch so sorglos umgehen wie mit den Werbebudgets ihres Auftrag- bzw. Arbeitgebers.

 

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Über den Autor:

Sandro Prezzi

Sandro Prezzi

Experte für Media, Digitalisierung und Integrierte Kommunikation.

Seit 2007 kommentiert Sandro Prezzi Entwicklungen, Trends und News der Schweizer Werbewirtschaft. Seine Hauptthemen sind Media, Integrierte Kommunikation, Medien-Forschung, Digitalisierung und Online Marketing.

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Kontakt: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

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